Lahmes Pferd - Sachmangel?

Die bloße Lahmheit eines Pferdes an sich kann isoliert betrachtet nicht als Mangel gewertet werden. Die Lahmheit kann vielfache Ursachen haben und nur vorübergehender Natur sein. Es kommt daher auf die Ursache der Lahmheit an und darauf, ob dieser ein als Sachmangel einzuordnender Krankheitswert zukommt. Die vorliegend hierzu zunächst angeführte Fesselgelenksentzündung ist – wie nach den Ausführungen des Sachverständigen unstreitig geworden ist – erst nach dem Kauf als Folge einer Traumatisierung aufgetreten. Sie scheidet daher als zum Rücktritt berechtigender Mangel aus.

Dem Kläger ist aber auch nicht der Beweis gelungen, dass das Palmar-Foot-Syndrom schon im Zeitpunkt des Gefahrüberganges vorgelegen hat. Bei dem Palmar-Foot-Syndrom handelt es sich um die Zusammenfassung zweier Mängelkomplexe: knöcherner Veränderungen des Strahlbeines (= Podotrochlose) einerseits und Weichteilveränderungen andererseits. Nach den auf der Grundlage des tierärztlichen Berichts des Dr. N vom 30.6.2008 getroffenen Feststellungen des Sachverständigen litt das Pferd schon zu diesem Zeitpunkt an einer Lahmheit, die einem Palmar-Foot-Syndrom zuzuordnen sei. Dabei hat er in der mündlichen Anhörung ausgeführt, dass am linken Strahlbein canales sesamoidales sichtbar gewesen sei, ein Befund der Röntgenklasse II bis III, der das Risiko von 4 % in sich berge, dass in unbestimmter Zeit eine Lahmheit auftreten könne. Außerdem habe das Pferd links an einer Veränderung des Weichteilgewebes gelitten. Hinsichtlich der Weichteilveränderungen hat der Sachverständige darauf verwiesen, dass solche Verletzungen plötzlich durch ein Trauma auftreten können. Nach den Feststellungen des Sachverständigen kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich das Pferd die Weichteilverletzung nach dem Gefahrübergang, etwa beim Transport in die USA, zugezogen hat ...

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