„Er ist und bleibt ein autistisches krankes Arschl…“ – Beleidigende SMS über Chef an Kollegin als Kündigungsgrund?

von Stephan Weinberger

Das Landesarbeitsgericht Rheinland Pfalz beschäftigte sich Anfang 2015 mit der Frage, ob ein Arbeitnehmer auf die Vertraulichkeit der Kommunikation unter Kollegen zählen kann, wenn diese Informationen an den Chef weitergeben.

Im Ausgangsfall klagte ein Oberarzt erfolgreich gegen seine Kündigung, die auf ehrverletzende Äußerungen seinerseits gestürzt wurde. Im Rahmen einer Teambesprechung erklärte der Kläger sich einverstanden, die medizinisch-technische Operationsassistentin Frau N. zu fragen, ob sie denn bereit sei, Rufbereitschaft zu leisten, um dadurch die Ärzte zumindest teilweise zu entlasten.

So schrieb ihr der Oberarzt per SMS:

Kläger (16.10 Uhr): “Hi L., soll Dich mal aus REIN DIENSTLICHEN GRÜNDEN fragen, ob Du stundenweise Rufdienst machen könntest. Am besten wir telefonieren kurz heute Abend nach 20.00 Uhr. Danke m”

Frau N.(16.28 Uhr): “Hallo, es ist schon alles mit dem Chef besprochen”

Kläger (16.56 Uhr): “Dann ist ja gut. Heute morgen hat er nichts davon gesagt. Er ist u bleibt ein autistisches krankes Arschl… l G m”

Frau N. behielt diese Aussagen nicht für sich, sondern setzte den Chefarzt über diese in Kenntnis, welcher dem Kläger daraufhin mündlich fristlos ohne nähere Begründung und später ordentlich kündigte.

Der Kläger betrachtet die Kündigung als unwirksam. Er habe darauf vertrauen dürfen, dass seine Äußerung nicht weitergeleitet werde, zumal er mit Frau N. von 2010 bis Herbst 2012 eine eheähnliche Beziehung geführt habe und diese ihm noch im Frühjahr 2014 angesichts von Meinungsverschiedenheiten in der Abteilung erklärt habe, sie werde nichts tun, um ihm zu schaden ...

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