Kettenhersteller kündigt rauchenden Betriebsräten wegen angeblichem Arbeitszeitbetrug

Rollenketten von Renold: Das sind Geräte! Im niedersächsischen Einbeck, zwischen Hannover und Göttingen, produziert das global tätige Unternehmen Hochleistungs-Rollenketten, Getriebe und Kupplungen. Man nennt das Antriebstechnik. Für uns ist es High-Tech. Die Renold Gruppe ist dabei weltweit führend. In Einbeck arbeiten rund 400 Mitarbeiter.

Derzeit hat das Unternehmen schlechte Presse. In Kürze beginnt vor dem Arbeitsgericht Göttingen ein Prozess, in dem es um die Kündigung zweier Betriebsratsmitglieder geht. Auch der BR-Vorsitzende ist darunter. Das Unternehmen hat Antrag auf Ersetzung der Zustimmung des Betriebsrats durch das Gericht zur fristlosen Kündigung gestellt. Der Betriebsrat hatte diese vorher nach § 103 BetrVG verweigert.

Warum? Der Hintergrund erscheint vogelwild: Das Unternehmen installierte auf dem Betriebsgelände Videokameras, mit denen die beiden Kollegen beim Rauchen gefilmt wurden. Da per Betriebsvereinbarung geregelt ist, dass man sich als Beschäftigter zum Rauchen ausstempeln müsse, die beiden das aber unterlassen hätten, gehe man nun wegen Arbeitszeitbetrugs vor.

Die im Betrieb stark vertretene IG Metall spricht von systematischer Überwachung des Betriebsrats und von einem massiven Angriff auf die Mitbestimmung. Schon die Installation der Kameras sei illegal gewesen. Das Unternehmen selbst weist die Vorwürfe zurück. Man sehe in dem Verhalten der Kollegen eine schwere Pflichtverletzung. Weitere Angaben wurden nicht gemacht ...

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