Jauchegruben-Fall - BGH, Urteil v. 26.04.1960 – 5 StR 77/60 - BGHSt 14, 193 f. = NJW 1960, 1261

Lösungsskizze

A. § 212 I StGB durch Werfen der B in die Jauchegrube

I. Tatbestand

1. Objektiver Tatbestand

a) Taterfolg

b) Kausalität

c) Objektive Zurechnung

2. Subjektiver Tatbestand

II. Ergebnis

B. §§ 212 I, 211 StGB durch Stopfen des Sandes in den Mund der B

I. Tatbestand

1. Objektiver Tatbestand

a) Taterfolg

b) Kausalität

c) Objektive Zurechnung

2. Subjektiver Tatbestand

II. RW und Schuld

III. Ergebnis

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Gutachten

A. § 212 I StGB durch Werfen der B in die Jauchegrube
A könnte sich wegen eines Totschlags an B, § 212 I StGB, strafbar gemacht haben, indem sie die B in die Jauchegrube warf.

I. Tatbestand
1. Objektiver Tatbestand
a) Taterfolg
Der Taterfolg, der Tod eines Menschen, ist eingetreten, denn die B ist tot.

b) Kausalität
Das Hineinwerfen der B in die Jauchegrube müsste ursächlich für deren Tod gewesen sein. Kausalität liegt vor, wenn eine Handlung nicht hinweggedacht werden kann, ohne dass der tat- bestandsmäßige Erfolg entfiele (conditio sine qua non). Vorliegend kann das werfen der B in die Jauchegrube nicht hinweggedacht werden, damit liegt Kausalität vor.

c) Objektive Zurechnung
A müsste eine rechtlich missbilligte Gefahr geschaffen haben, welche sich sodann in tatbestandstypischer Weise im Erfolg verwirklicht hat. Dies liegt hier vor, denn die A hat durch das Hineinwerfen der B in die Jauchegrube eine Gefahr geschaffen, die sich sodann im konkreten Erfolg (Ertrinken der B) verwirklicht hat.

2. Subjektiver Tatbestand
Der Tatbestand ist aber nur erfüllt, wenn A die B durch diese Handlung auch vorsätzlich tötete ...

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