Zeugentypen - heute: der Gutmensch

von Kerstin Rueber

Von Tucholsky stammt das Zitat: "Das Gegenteil von böse ist nicht gut, sondern gut gemeint."

Besonders gut meint es immer ein Zeugentyp, nämlich der Gutmensch.

Der Gutmensch als Zeuge verneint entschieden die Frage nach Verwandtschaft oder Schwägerschaft mit dem Angeklagten. In seiner Familie geht man nicht mal bei Rot über die Ampel. Was Farben anbelangt hat die ganze Welt bitte bunt zu sein und sich um ihn zu drehen. Derart im Zentrum seines Mikrokosmos stehend versteht sich der Gutmensch darauf, allerlei karitative Veranstaltungen ins Leben zu rufen, was früher oder später in Einträge in goldende Bücher und Verleihungen diverser Verdienstorden mündet. In seiner Heimatstadt ist er bekannt wie der sprichwörtlich bunte Hund und wenn er wochenends im örtlichen Supermarkt einkauft, dauert dies Stunden, weil er alleine zwischen Fleischtheke und Gemüsestand ein Dutzend Leute trifft, bei denen er entweder für eines seiner Projekte wirbt, deren Eheproblemen er sich annimmt oder denen er klarmacht, dass vom Partymachen allein noch keiner reich, geschweige denn ein guter Mensch, geworden ist ...

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