Vorsicht beim Essen von Nackensteaks!

von Daniela Kühnlein

Ein Gastwirt haftet nicht, wenn ein Gast sich beim Verzehr eines Nackensteaks seine Zahnbrücke beschädigt, weil er auf ein kleines Knochenstück beißt, das sich in dem Fleischstück befindet.

Das hat das Amtsgericht (AG) München mit Urteil vom 12.02.2015 – 213 C 26442/14 – entschieden.

In dem der Entscheidung zugrunde liegendem Fall hatte der Kläger von dem beklagten Gastwirt Schadensersatz verlangt, weil er

  • in dessen Gastwirtschaft beim Verzehr eines Nackensteaks vom Halsgrat auf ein noch in dem Fleischstück befindliches kleines Knochenstück gebissen hatte und
  • aufgrund dessen seine Zahnbrücke gebrochen war.

Seine Klage auf Erstattung der 2805,78 Euro, die dem Kläger für Anfertigung, Anpassung und Einsetzung einer neuen Brücke entstanden waren, wies das AG München ab.

Zwar müsse, wie das AG ausführte, ein Gastwirt, der im Rahmen der Bewirtung von Gästen Lebensmittel zubereitet, grundsätzlich erhöhte Sicherheitsanforderungen erfüllen, da er Lebensmittel an Endverbraucher ausgibt.

  • Der Verbraucher dürfe, wenn er ein verarbeitetes Naturprodukt verzehrt, davon ausgehen, dass der Hersteller sich im Rahmen des Verarbeitungsprozesses eingehend mit dem Naturprodukt befasst und dabei Gelegenheit gehabt hat, im Rahmen des Möglichen und Zumutbaren von dem Naturprodukt ausgehende Gesundheitsrisiken zu erkennen und zu beseitigen.
  • Diesen Sicherheitserwartungen der Verbraucher seien allerdings durch die natürliche Beschaffenheit von Lebensmitteln Grenzen gesetzt.

So habe der Bundesgerichtshof (BGH, Urteil vom 17.03 ...

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