GNTM: Das droht der Anruferin

von Udo Vetter

Nach der Bombendrohung bei Germany’s Next Topmodel stellt sich auch die Frage, was derjenigen Person droht, die mit ihrem Anruf die Veranstalter zum Abbruch der Sendung gezwungen und viele Menschen verängstigt hat.

Strafrechtlich ist so eine (leere) Bombendrohung ein Fall des § 126 StGB. Es handelt sich bei solchen Anrufen um eine “Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten”. Nach dem Gesetz kommt es nicht darauf an, ob tatsächlich was an der Drohung dran ist. Vielmehr ist nur die Frage, ob der Anruf als Scherz erkennbar war – was er für das Sicherheitspersonal meist eben nicht ist.

Dass eine Bombendrohung unter den weiten Begriff der Störung des öffentlichen Friedens fällt, hat der Bundesgerichtshof auch bereits ausdrücklich bestätigt. Das Gericht hielt die Verurteilung einer 29-jährigen Studentin, die im Sommer 2003 Bombendrohungen gegen die Flughäfen Düsseldorf, Köln und Frankfurt gerichtet hatte. Die Anruferin kriegte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung.

Nach meiner Einschätzung könnte die “Geduld” mancher Gerichte auch ihre Grenzen haben. Gut denkbar, dass diese dann auch mal darüber nachdenken, den Strafrahmen von bis zu drei Jahren für das Delikt weiter nach oben auszuschöpfen. Oder eben keine Bewährung mehr zu geben ...

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