Rechtsberatung in der Mediation?

von Gerfried Braune

Bei unserem Mediatorinnen und Mediatorenstammtisch kam gestern die Frage auf, ob oder wie weit die Rechtsberatung durch einen Mediator in der Mediation gehen kann bzw. ob ein extern beigezogener Rechtsanwalt die Medianden beraten kann oder ob er sich der Vertretung widerstreitender Interessen vorwerfen lassen muss.

Grundsätzlich soltle (und muss) sich die Mediatorin oder der Mediator einer rechtlichen Bewertung enthalten (auch wenn er juristisch gebildeter Mediator ist). Dies ergibt sich zum einen daraus, dass der Mediator neutral und allparteilich ist. Der Hintergedanke mancher Medianden bei der Wahl eines Anwaltsmediators mag sein, die Kosten eines zusätzlichen Beratungsanwalts zu sparen. Dieses Ziel wird der Mediand mit Sicherheit verfehlen, da ein Mediator auf keinen Fall eine den Medianden im einzelnen rechtlich beraten kann. Vorstellbar sind allenfalls allgemeine Hinweise auf das Recht, wobei es sicherlich schwer ist, hier die genaue Grenze zur Einzelfallberatung zu ziehen. So kann eine Mediatorin die allgemeinen Grundsätze des Zugewinnausgleichs in einer Trennungs- und Scheidungsmediation erklären, nicht aber eine Bewertung im individuellen Fall vornehmen.

Eine Mediatorin hatte bei ihrer Ausbildung – so erzählte sie am Stammtisch – in einem durchaus namhaften Ausbildungsinstitut gelernt, dass man rechtlich beraten könne, solange keine Handlungsanweisungen gegeben würden. -?- Für mich geht das zu weit in die Einzelfallberatung. Letztlich muss man nach dem mediationsgesetz unterscheiden. Es gibt die evaluative Mediation, die durchaus Bewertungen zulässt. Trossen (in Mediation (un)geregelt, Seite 94) zieht die Grenze dort, wo sich das Kommunikationsmodell dahin ändert, dass die Parteien versuchen, den Mediator in ihrem Sinne zu beeinflussen ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK