Der Lederriemenfall – Urt. v. 22.4.1955 – 5 StR 35/55 BGHSt 7, 363

Lösungsskizze

A. Strafbarkeit A und B gem. §§ 212 I, 211, 25 II StGB

I. Tatbestand

1. objektiver Tatbestand

a) objektiver Tatbestand des Totschlags, § 212 I StGB

b) objektiver Tatbestand des Mordes, § 211 StGB

c) Mittäterschaft

d) Zwischenergebnis

2. Subjektiver Tatbestand

a) Vorsatz bzgl. der objektiven Merkmale des § 212 StGB

aa) Möglichkeitstheorie

bb) Wahrscheinlichkeitstheorie

cc) Risikotheorie(n)

dd) Vermeidungstheorie

ee) Gleichgültigkeitstheorie

ff) Ernstnahmetheorie

gg) Billigungstheorie

hh) Streitentscheid

ii) Zwischenergebnis

b) Mordmerkmale der Gruppe 1 und 3

II. Rechtswidrigkeit

III. Schuld

IV. Ergebnis

Gutachten
A. Strafbarkeit A und B gem. §§ 212 I, 211, 25 II StGB
A und B könnten sich wegen Mordes in Mittäterschaft an O gem. §§ 212 I, 211, 25 II StGB strafbar gemacht haben, indem sie diesen solange würgten, bis sein Tod eintrat.

I. Tatbestand


1. objektiver Tatbestand
a) objektiver Tatbestand des Totschlags, § 212 I StGB
Zunächst müssten A und B die objektiven Tatbestandsmerkmale eines Totschlags nach § 212 I StGB erfüllt haben. Sie müssten einen anderen Menschen getötet haben. O ist ein anderer Mensch und er ist gestorben. Das Würgen von A und B müsste auch kausal für seinen Tot gewesen sein. Kausal ist nach der conditio-sine-qua-non-Formel jedes Verhalten, das nicht hinweggedacht werden kann, ohne dass der Erfolg in seiner konkreten Gestalt entfiele. Hätten A und B den O nicht gewürgt, wäre dieser auch nicht gestorben. Ihr Handeln war kausal für dessen Tod. Der Tod als Taterfolg müsste ihnen auch objektiv zurechenbar sein. Objektiv zurechenbar ist ein Taterfolg dann, wenn die tatbestandsmäßige Handlung eine rechtlich missbilligte Gefahr geschaffen hat, die sich in dem tatbestandsmäßigen Erfolg realisierte ...

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