Was ist bei der Beurteilung, welche Sorgfaltspflichten ein ehrenamtlicher Übungsleiter hat, zu berücksichtigen?

von Bernd Rösch

Der 1. Strafsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts (OLG) hat am 28.04.2015 – 1 Rev 13/15 –

  • die Verurteilung eines ehrenamtlichen Fußballtrainers wegen fahrlässiger Tötung nach § 222 Strafgesetzbuch (StGB) im Zusammenhang mit dem Unfalltod eines siebenjährigen Jungen aufgehoben und
  • das Verfahren zu neuer Verhandlung und Entscheidung an eine andere Abteilung des Amtsgerichts (AG) Hamburg-Harburg zurückverwiesen.

Verurteilt wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen (§ 13 Abs. 1 StGB) zu einer Geldstrafe vom AG Hamburg-Harburg worden war der Fußballtrainer aufgrund folgenden Sachverhalts:
Nach dem Training der C-Jugendmannschaft auf dem Vereinsgelände, als die Mannschaft den Platz bereits verlassen hatte, war er zu seinen Spielern gegangen, hatte sie darauf hingewiesen, dass die zu Trainingszwecken auf die Pfosten gekippten, jeweils knapp 200 kg schweren Tore wieder „zusammen aufgestellt“ werden müssten und nach dieser Aufforderung zunächst in den Geräteraum gegangen.
Drei 12- bis 14-jährige Mannschaftsspieler hatten sich daraufhin zu den Toren begeben, wo der nicht zur Mannschaft gehörende Siebenjährige spielte. Dieser wurde beim Aufstellen der mit einem Kippmechanismus versehenen Tore durch die Vereinsspieler von der Querverstrebung eines Tores am Kopf getroffen und tödlich verletzt ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK