Augen auf im Treppenhaus

Wer in einem erkennbar frisch geputzten Treppenhaus ausrutscht, weil er sich nicht am Geländer festhält, ist selbst schuld und bekommt weder Schmerzensgeld noch Schadensersatz.

In dem hier vom Amtsgericht München entschiedenen Fall stürzte ein Mieter im Treppenhaus des Mietshauses. Ursache des Sturzes war, dass der Boden des Treppenhauses kurz zuvor gereinigt worden war und deshalb rutschig war. Warnschilder seien nicht aufgestellt gewesen. Der Mieter erlitt hierbei eine dislozierte Humerusfraktur rechts und musste noch am gleichen Tag operiert werden. Er leidet seitdem an Schmerzen und hat massive Bewegungseinschränkungen. Er hat eine 11 Zentimeter lange Narbe, leidet wegen der Folgen des Unfalls an Depressionen und erhält inzwischen eine Rente wegen voller Erwerbsminderung. Aufgrund des Unfalls ist er zu 50 % behindert.

Der Mieter verlangte nun von der Vermieterin Schmerzensgeld von mindestens 80.000 € sowie weiteren Schadensersatz in Höhe von monatlich 947 € bis zum 1.1.2031, die Differenz zwischen dem Einkommen, was er bei Erwerbsfähigkeit erzielen könnte und der tatsächlichen Rentenzahlung. Die Haftpflichtversicherung der Vermieterin erkannte die Haftung dem Grunde nach an, bezahlte einen Schmerzensgeldvorschuss in Höhe von 3500 € und erstattete 140 € für ärztliche Attest Kosten. Weitere Zahlungen sind nicht erfolgt ...

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