Unterbringung eines Alkoholikers – zum Schutz vor Selbstgefährdung

Mit den Voraussetzungen der zivilrechtlichen Unterbringung zum Schutz vor Selbstgefährdung bei einem alkoholkranken Betroffenen hatte sich jetzt erneut1 der Bundesgerichtshof zu befassen:

Dem lag der Fall eines im Jahre 1952 geborene Betroffene zugrunde, der unter umfassender Betreuung steht. Er leidet infolge jahrzehntelangen Alkoholkonsums unter einem anamnestischen Syndrom bei Alkoholmissbrauch (“Korsakow-Syndrom”), unter psychotischen Störungen und unter alkoholabhängigkeitsbedingten Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen. Er hatte bereits mehrere Alkoholentzugsdelirien, zuletzt im Juli 2013. Im Februar 2014 wurde er durch den Rettungsdienst in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen, nachdem er Suizidabsichten geäußert und in einer Apotheke Rattengift zu erwerben versucht hatte. Auf Antrag der Betreuerin wurde für 1 Jahr die Unterbringung des Betroffenen in der geschlossenen Abteilung des Krankenhauses und daran anschließend in der geschlossenen Abteilung eines Therapiezentrums für Suchtkranke betreuungsgerichtlich genehmigt.

Im Dezember 2014 hat die Betreuerin die Verlängerung der Unterbringungsgenehmigung beantragt. Das Amtsgericht Dessau hat die Genehmigung abgelehnt, weil eine weitere Unterbringung unverhältnismäßig sei2. Auf die Beschwerde der Betreuerin hat das Landgericht Dessau-Roßlau diese Entscheidung abgeändert und die weitere Unterbringung in der geschlossenen Abteilung eines Therapiezentrums für Suchtkranke für längstens ein weiteres Jahr genehmigt3. Diese Entscheidung des Landgerichts Dessau-Roßlau lässt für den Bundesgerichtshof Rechtsfehler nicht erkennen4:

Gemäß § 1906 Abs. 1 Nr ...

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