GmbH in der Krise – Pflichten des Geschäftsführers

Dem Geschäftsführer einer GmbH ist häufig nicht klar, welche besonderen Pflichten, Haftungsrisiken und sogar Strafbarkeiten ihn treffen, wenn das durch ihn geleitete Unternehmen in einer finanziellen Krise steckt. Grundsätzlich haftet der Geschäftsführer einer GmbH für die schuldhafte Verletzung seiner Pflichten. Dabei hat er die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes anzuwenden (siehe hierzu näher). In der Krise steigern sich die Anforderungen an die Geschäftsführung. Der Geschäftsführer muss bei den ersten Anzeichen einer Krise bereits sorgfältig die wirtschaftliche Lage überwachen. Er muss prüfen, ob Insolvenzgründe (Zahlungsunfähigkeit, drohende Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung) vorliegen. Außerdem muss er gegebenenfalls in kürzeren Abständen einen Vermögensstatus, ein Sanierungskonzept und Bilanzen erstellen.

Der Geschäftsführer, der fachlich nicht in der Lage ist, zu beurteilen, ob ein Insolvenzgrund gegeben ist, ist dazu verpflichtet, sich Hilfe durch eine fachlich qualifizierte Person zu holen, und auf unverzügliche Vorlage der Prüfungsergebnisse durch diese Person hinzuwirken. Anschaulich wird dies, wenn man eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH Urt. v. 27. 3. 2012 − II ZR 171/10) dazu heranzieht. In dem entschiedenen Fall beauftragte der Geschäftsführer in einer Krise der GmbH im August eine Unternehmensberatung mit der Begutachtung der Vermögenslage der Gesellschaft. Die Unternehmensberatung legte ihr Gutachten im November desselben Jahres vor, woraufhin der Geschäftsführer Insolvenzantrag stellte. Der Geschäftsführer konnte sich hierdurch nicht entlasten. Angesichts der deutlichen Krisenanzeichen bereits im August des Jahres, durfte er nicht einfach die Erstellung des Gutachtens bis November abwarten. Er wäre verpflichtet gewesen, auf unverzügliche Vorlage des Ergebnisses hinzuwirken ...

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