Rezension: Peter Schnieders – Faszination des Bösen

von Jessica Große Wortmann

Wer einmal die “andere Seite” des Strafrechts kennenlernen möchte ohne gleich ein Praktikum zu machen, dem sei Literatur empfohlen. Zum Beispiel das Buch “Faszination des Bösen – Neue Fälle des bekannten Kriminalkommissars”. Der bekannte Kommissar ist Peter Schnieders, 43 Jahre Polizist – davon ganze 36 Jahre bei der Kripo. Der inzwischen pensionierte KK hat in seiner Laufbahn eigener Schätzung zufolge über 1000 Leichen gesehen, weitaus mehr als 1000 Fälle bearbeitet. Aus so einem Berufsleben lässt sich das ein oder andere Buch machen.

Im aktuellen Buch sind sieben Fälle versammelt, alle beruhen auf wahren Begebenheiten. Peter Schnieders zieht den Leser mit an Tatorte, in Gedankenwelten und nahe an den Täter heran. Er verzichtet auf eine einseitige Darstellung des Geschehenen, er fragt immer nach dem “Warum?”. Der Tod steht im Mittelpunkt, manchmal absurd, manchmal vorhersehbar, manchmal abstossend – aber immer präsent.

Warum ersticht ein Junge seine Mutter? Warum muss ein homosexueller, einsamer Mann sterben? Wieso schmeisst jemand ein Baby weg? All diese Fragen finden sich auf 252 Seiten. Abseits der Verstorbenen steht für Schnieders auch der Täter im Mittelpunkt. Er lässt den Leser teilhaben an den Versuchen mit Verdächtigen zu kommunizieren, an der Aufgabe Hinterbliebenen die Nachricht zu überbringen und an der Frage was einen Menschen bewegt Grenzen zu überschreiten ...

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