Big Brother’s Tracking You {Und auch Ihre Ärzte lesen vielleicht mit….}

von Liz Collet

Warum bekommen Sie E-Mails von Datingportalen, wenn Sie gerade frisch getrennt sind?

Oder warum ruft Ihr Versicherungsvertreter an, wenn Sie online etwas über Ihren Wasserschaden oder Ihren Einbruch in Ihrem Haus gepostet haben.

Oder warum bekommen Sie einen Anruf Ihres Bankberaters, wenn Sie im Internet nach einer Wohnung suchen?

Kennen Sie dieses seltsam unheimliche Gefühl, dass Big Brother Ihnen in Ihren eigenen vier Wänden auf der Schulter sitzt und zusieht, was Sie gerade so tun?

Ein nicht unähnliches Gefühl dürfte nicht nur eine Patientin gehabt haben, die vor einigen Tagen in ihrer zwitschernden Runde ihr Befremden und ihre Empörung darüber zum Ausdruck brachte, von ihrer Ärztin gebeten worden sei, nicht mehr über gynäkologische Themen zu bloggen. Die Ärztin lese ihr Blog und wolle nicht im Blog lesen, was zwischen Bloggerin und Ärztin selbst vorher besprochen worden sei, etwa wie die Diagnose sei. Diese unter vier Augen geäusserte Bitte der eigenen Ärztin hält besagte Bloggerin nicht davon ab, auch das umgehend wieder zu zwitschern schon während sie das nun erst mal alles wirken lassen müsse, weil sich doch alles dagegen sträube, der Bitte der Ärztin, die sich im Blog wiedererkenne, zu entsprechen, weil sie sich so von der Ärztin nicht behandeln lassen müsse. Also, bevor noch der eigene Denkprozess nur ansatzweise mal reflektiert oder überdenken könnte, ob das nicht vielleicht eine gar nicht unangemessene Bitte ist, wird auch das gleich wieder in die Welt getönt, als habe die Dame nicht nur ein gynäkologisches Problem, sondern auch ein nur virtuell kompensierbares und heilbares Aufmerksamkeitsdefizit eines fünfjährigen Kindes. Fünfjährigen allerdings ist das Prinzip

“Was Du nicht willst, das Dir man tu, das füg’ auch keinem andern zu”!

kinderleicht vermittelbar ...

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