Spannende Rechtsfragen im Wettbetrugsverfahren gegen den früheren St. Pauli-Profi René Schnitzler

von Rainer Pohlen

Morgen um 14 Uhr will das Landgericht Bochum das Urteil im Verfahren gegen den von mir verteidigten früheren FC St. Pauli-Profi René Schnitzler, den holländischen “Wettpaten” Paul Rooij und einen weiteren Angeklagten, der in Mönchengladbach ein Wettbüro unterhielt, verkünden. Schnitzler wurde in der Anklage die Unterstützung einer kriminellen Vereinigung, Beihilfe zum gewerbsmäßigen Betrug in 4 Fällen wegen angeblich manipulierter Spiele im Zusammenhang mit abgeschlossenen Fußballwetten sowie Steuerhinterziehung vorgeworfen. Über den Fall ist intensiv in verschiedenen Medien berichtet worden und auch ein Buch unter dem Titel “Zockerliga” erschienen.

René Schnitzler hat stets bestritten, tatsächlich Fußballspiele manipuliert zu haben. Er hat angegeben, aufgrund seiner Spielsucht und damit verbundener Schulden ständig hinter Geld hergewesen zu sein. Deshalb habe er gegenüber Paul Rooij wahrheitswidrig angegeben, er werde Spiele seines Vereins manipulieren und habe hierzu auch mehrere Mitspieler involviert. Paul Rooij hat daraufhin bei asiatischen Wettanbietern hohe Wetten gegen den FC St. Pauli platziert. Die ersten drei Spiele, die er bewettet hat, gingen wunschgemäß aus, danach wendete sich das Blatt. Der Kiezclub gewann das nächste Spiel abredewidrig und spielte dann durch ein Tor in letzter Minute unentschieden, wobei an diesem Tor zwei Spieler beteiligt waren, die Schnitzler als angebliche Mittäter bei dem Spielebetrug benannt hatte.

Die fünftätige Beweisaufnahme vor dem Bochumer Landgericht hat keinen Beweis dafür erbracht, dass tatsächlich Spiele manipuliert worden sind oder dass René Schnitzler dies jemals beabsichtigt hat. Die Kammer hat erkennen lassen, dass sie hiervon bei der Urteilsfindung auch nicht ausgehen wird ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK