Sind deutsche Testamente ab August 2015 wertlos?

Der 17. August 2015 ist von überaus großer Bedeutung. Denn für jeden Todesfall ab diesem Stichtag greift die neue EU-Erbrechtsverordnung. Sie gilt in allen Mitgliedsstaaten, außer Großbritannien, Irland und Dänemark und soll das Vererben innerhalb der EU vereinfachen und vereinheitlichen. Aber die Rechtsanwälte Sandmeier & Sixta aus Aichach warnen vor möglichen “bösen Überraschungen”.

Bislang galt für Deutsche, die im Ausland lebten und dort starben, grundsätzlich deutsches Recht. Ab dem Stichtag gilt für den gesamten Nachlass jedoch nur noch das Recht des EU-Landes, in dem der Verstorbene zum Zeitpunkt seines Todes “seinen gewöhnlichen Aufenthalt” hatte. Was das genau bedeutet, wurde jedoch nicht geregelt. “Da kann es schon zu Auslegungsproblemen kommen”, warnt Rechtsanwalt Clemens Sandmeier, Fachanwalt für Erbrecht aus der Anwaltskanzlei Sandmeier & Sixta in Aichach.

Etwa wenn der Erblasser in den letzten Jahren seines Lebens zwischen Deutschland und seinem Altersruhesitz pendelt. Ein deutscher Rentner mit einer Finca in Spanien und einem Wohnhaus in München, der aber seit Jahren seinen Lebensmittelpunkt in Italien hat, wird künftig nach italienischem Recht beerbt. Auch ein längerfristiger Aufenthalt in einem ausländischen Pflegeheim kann schnell zu einem gewöhnlichen Aufenthalt werden und bei einem dortigen Versterben tiefgreifende Folgen für den Erbfall haben ...

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