Je höher der Bildungsgrad, umso eher wird geklaut

von Mirko Laudon

Ob Duschgel, Kugelschreiber oder Handtuch – fast jeder Gast hat im Hotel schon einmal etwas mitgehen lassen. 4,5 Millionen – so viele Deutsche haben in den Jahren 2013/14 etwas im Hotel mitgehen lassen, wenn man den Zahlen der jüngsten Befragung von travel24.de folgt. Während die Hoteliers bei bedruckten Kugelschreibern noch einen Marketingeffekt sehen und auf angebrochene Shampoos ebenfalls verzichten können, hört der Spaß bei geklauten Handtüchern, Bademänteln oder dem Badezimmerföhn auf. Hochgerechnet haben die Deutschen nämlich etwa 1,3 Millionen Handtücher und 250.000 Bademäntel in den zwei Jahren mitgehen lassen. Dabei ist die Rechtslage eindeutig. Auch der Diebstahl im Hotel ist strafbar, selbst wenn es sich dabei „nur“ um ein Handtuch handelt.

Akademiker als Langfinger

Eine interessante Erkenntnis der Studie: Entgegen der sonstigen Kriminalitätsstatistiken scheint höhere Bildung mit größerer krimineller Energie einherzugehen. So gaben 53% der Hoteldiebe an, die (Fach-)Hochschulreife zu besitzen, während lediglich 9% nur über einen Volks– bzw. Hauptschulabschluss verfügen. Intelligenz und Bildung halten also zumindest im Urlaub und auf Geschäftsreise nicht davon ab, sich illegal zu bereichern. Die Einkommensverteilung zeigt zudem, dass die Taten kaum aus finanzieller Not geboren sind, immerhin verdient gut die Hälfte der Täter zwischen 1.750 und 4 ...

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