Das Bauchfett schmilzt wie Butter in der Sonne?

von Dr. Markus Wekwerth

Werbung mit gesundheitsbezogenen Angaben ist anfällig, weil der Gesetzgeber hier zum Schutz der Verbraucher besonders strenge Regeln aufgestellt hat. Hiernach darf mit der Wirkung eines Präparats nur geworben werden, wenn diese bereits vor der Veröffentlichung der entsprechenden Werbeaussagen wissenschaftlich belastbar nachgewiesen war. Dies gilt umso mehr, wenn mit einer besonders effektiven Wirkung eines Schlankheitsmittels geworben und versprochen wird, diese stelle sich alleine durch die Einnahme ein.

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Glaubt man den Werbeaussagen des Anbieters eines Schlankheitsprodukts geht ein Traum in Erfüllung – ein hocheffektives Präparat hat das Licht der Welt erblickt und erfordert keinerlei Einschränkungen oder Umstellungen des Lebenswandels:

“Das Fett schmilz wie Butter in der Sonne!” “Das Fett wird regelrecht aus der Fettzelle herausgebrannt” “Mit … können Sie das Fett selbst aus der größten Fettzelle herausholen” “Der Effekt ist bombastisch. Sie nehmen am gesamten Körper gleichmäßig ab” “… bekämpft ganz gezielt das Bauchfett” usw.

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, geht es in der Auseinandersetzung doch um mehr als 30 Aussagen, die allesamt ein Wunder anpreisen. Nicht weiter verwunderlich, dass der Anbieter auf Unterlassung in Anspruch genommen wurde.

Die Entscheidung des Gerichts

Das LG Kassel hat den Anbieter des Schlankheitsprodukts mit Urteil vom 18.09.2014 (Az. 11 O 4205/13) vollumfänglich zur Unterlassung der beanstandeten Werbeaussagen verurteilt. Es handle sich hierbei um gesundheitsbezogene Angaben, also Angaben, mittels denen erklärt, suggeriert oder auch nur mittelbar zum Ausdruck gebracht werde, dass ein Zusammenhang zwischen einem Lebensmittel einerseits und der Gesundheit andererseits besteht. Zum Bereich der Gesundheit zähle auch die versprochene Gewichtsreduzierung bzw. Fettverbrennung ...

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