Wie beweist man seiner Versicherung dass ein Einbruchsdiebstahl stattgefunden hat?

von Ingo Julian Rösch

Dem Versicherungsnehmer einer Sachversicherung werden von der Rechtsprechung aus dem Leistungsversprechen des Versicherers abgeleitete

  • Erleichterungen für den Beweis eines bedingungsgemäßen Diebstahls versicherter Sachen zugebilligt.

Sie beruhen auf der Überlegung, dass es

  • wegen des für eine Entwendung typischen Bemühens des Täters, seine Tat unbeobachtet und unter Zurücklassung möglichst weniger Tatspuren zu begehen,

oft nicht möglich ist, im Nachhinein den Tatverlauf konkret festzustellen.
Da sich der Versicherungsnehmer gerade auch für solche Fälle mangelnder Aufklärung schützen will, kann nicht angenommen werden, der Versicherungsschutz solle schon dann nicht eintreten, wenn der Versicherungsnehmer nicht in der Lage ist, den Ablauf der Entwendung in Einzelheiten darzulegen und zu beweisen.

Der Versicherungsnehmer genügt deshalb seiner Beweislast bereits dann, wenn er

  • das äußere Bild einer bedingungsgemäßen Entwendung beweist,
  • also ein Mindestmaß an Tatsachen, die nach der Lebenserfahrung mit hinreichender Wahrscheinlichkeit den Schluss auf die Entwendung zulassen.

Zu dem Minimum an Tatsachen, die das äußere Bild eines Einbruchdiebstahls ausmachen, gehört

  • neben der Unauffindbarkeit der zuvor am Tatort vorhandenen, als gestohlen gemeldeten Sachen,
  • dass - abgesehen von Fällen des Nachschlüsseldiebstahls - Einbruchspuren vorhanden sind (vgl. zu alldem Bundesgerichtshof (BGH), Urteil vom 20.12.2006 – IV ZR 233/05 –).

Ist dem Versicherungsnehmer dieser Beweis gelungen,

  • so ist es Sache des Versicherers, seinerseits zu beweisen,
  • dass der Versicherungsfall nur vorgetäuscht war.

Dabei kommen allerdings auch dem Versicherer Beweiserleichterungen zu ...

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