Sonne, Strand und Strauchdiebe: Der “lila Bikini” ist kein Beiwerk, meint der BGH

von Stephan Dirks

Dieses Stück Stoff hat nun ein kleines bisschen Rechtsgeschichte geschrieben: Wie Kollege Kompa auf seinem Blog und auch die SZ in ihrer Onlineausgabe berichten, hat der Bundesgerichtshof (BGH) endgültig im Fall des lila Bikini entschieden, der auch auf diesem Blog und insbesondere im Jurafunk Nr. 113(dort ab 23‘30“) bereits besprochen wurde. Die Entscheidung des BGH lässt sich dabei in folgendem Satz zusammenfassen: Der lila Bikini ist kein Beiwerk.

Worum ging es?

Es ging irgendwie um einen Fußballstar, und irgendwie ging es auch um „Sonne, Strand und Strauchdiebe“. Das war nämlich die Überschrift eines Textes in der BILD-Zeitung im Jahre 2012. Der Text handelte einen Missgeschick des ehemaligen HSV-Fußballstars Dennis Aogo (der war am Strand bestohlen worden) und stellte dem Genre nach eine typische „verlängerte BU“ dar. Einen Text also, dessen Anlass vor allem das ihm bebildernde Foto ist, und den man daher im Pressejargon auch demgemäß bezeichnet, nämlich als “verlängerte Bildunterschrift” (Dabei kann man natürlich der Meinung sein, dass in der BILD-Zeitung nur “verlängerte BUs” zu finden sind, aber das steht auf einem anderen Blatt).

Das Besondere an den entsprechenden Foto: im Hintergrund ist eine Dame zu sehen, die (strandtypisch) nur mit dem lila Bikini bekleidet ist, und die weder mit dem eigentlichen Objekt des Fotos, Herrn Aogo, irgendetwas zu tun hat, noch in anderer Weise Anlass zur Berichterstattung gab (Außer vielleicht dadurch, dass sie strandtypisch bekleidet war).

Die Dame war also wieder prominent noch ansonsten in irgendeiner Art und Weise in zeitgeschichtliche Vorgänge involviert und wollte kurz gesagt ihre Ruhe haben. Und ihren Urlaub genießen. Und ganz sicher wollte sie dabei nicht fotografiert und am nächsten Tag im Strandoutfit in der BILD präsentiert werden.

Demgemäß erhob sie nach Veröffentlichung des entsprechenden Fotos Klage auf Unterlassung und auch auf Schmerzensgeld ...

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