Rezension: von Münch/Siebeck, Der Autor und sein Verlag (Mohr Siebeck, 2013)

27. April 2015

Selten erinnern die Vor-Worte eines in einer juristischen Fachzeitschrift anzuzeigenden Werkes an das Vorspiel auf dem Theater. Auch der Stoff ist durchaus faust’scher Prägung, geht es doch um nichts weniger als ein Bündnis zwischen Geist (Autor) und Kapital (Verleger).

Dass ein solches Werk seinen Platz hier finden mag, liegt zum einen an den universellen Fragen im Verhältnis zwischen Autor und Verleger, die mit heiterer Ernsthaftigkeit behandelt werden und einen seltenen Einblick in das Innenleben der jeweiligen Spezies gewähren; zum anderen liegt es daran, dass es zwei Grandseigneurs der rechtswissenschaftlichen Fachliteratur sind, die diesen Einblick gewähren: Der eine, Ingo von Münch, bestens ausgewiesen als Herausgeber und Autor rechtswissenschaftlicher Standardwerke, der andere, Georg Siebeck, als Verleger eines anspruchsvollen rechtswissenschaftlichen Verlagsprogramms.

Den Vor-Worten ist eine wesentliche Motivation zur Entstehung des Werkes zu entnehmen: Der Verleger möge öffentlich Rede und Antwort stehen zu den kritischen Fragen, die einem Autor am Herzen liegen. Davon gibt es einige. Die Art und Weise, wie die Verfasser sodann mit einem „Klassiker“ das Spiel eröffnen (von Münch: Ist es sinnvoll, ein Buch in einer kleinen Auflage zu einem hohen Preis herauszubringen anstatt umgekehrt in einer höheren Auflage zu einem geringeren Preis? – Siebeck: Gegenfrage: Ist es sinnvoll, eine Untersuchung über “Das völkerrechtliche Delikt in der modernen Entwicklung der Völkerrechtsgemeinschaft” überhaupt zu veröffentlichen?) lässt auf beste Unterhaltung hoffen. Der Leser wird nicht enttäuscht ...

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