Vom Betriebsrat lernen

von Philip Stühler Walter

Vom Betriebsrat lernen, heißt siegen lernen. In Anlehnung an gängige Parolen aus glücklicherweise lang vergangenen Zeiten könnte man das so sagen, wäre es aber auch sehr platt und plakativ.

Ich jedenfalls lerne für gewöhnlich bei den Betriebsräteschulungen, in denen ich der Referent bin, meist noch irgendeine Kleinigkeit dazu und finde das auch gut so. So war es letzte Woche auch, als ich BetrVG II in Bochum gab.

Ein Teilnehmer erzählte aus seinem Erfahrungsschatz im Arbeitsleben, was den Umgang zwischen Arbeitgeber und Belegschaft angeht.

Erst vor ein paar Tagen berichtete ich von einer Sache, in der ich drin bin und bei der es seitens des Arbeitgebers richtig übel und systematisch zugeht. Es geht aber auch anders. Da stand also nach der Erzählung des Teilnehmers just an dem Tag, als der Gewerkschaftssekretär das Betriebsgelände betreten wollte, um zur Wahl des Wahlvorstandes einzuladen und damit die erste Betriebsratswahl einzuleiten, der Arbeitgeber mit einer Schrotflinte auf dem Hof. Die klare Aussage: "Auf mein Betriebsgelände kommt mir kein Gewerkschaftssekretär!". Rechtlich war das wohl auch halbwegs in Ordnung, dass er da mit der Schrotflinte stand, weil der Betrieb zu seinem Jagdrevier gehörte. Ich bin jetzt nicht so der Fachmann für Jagd- oder Waffenrecht - aber jedenfalls in dem Zusammenhang und mit der Zielrichtung war es nicht in Ordnung und deswegen nahm die herbeigerufene Polizei ihm auch erstmal die Waffe ab. Nachdem ein Richter auch eine entsprechende einstweilige Verfügung erlassen hatte, kam der Sekretär dann auch mit Hilfe der Polizei auf das Betriebsgelände und die Wahl wurde eingeleitet.

In einer anderen Geschichte ging es dann um Parkplätze. Der Arbeitgeber hatte grundsätzlich Parkplätze eingerichtet ...

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