Im Supermarkt ausgerutscht – kein teurer Fisch zur Kühlung der Verletzung?

von Stephan Weinberger

Das Amtsgericht in Schöneberg befasste sich mit einer Schadensersatzklage einer Frau, die in einem Supermarkt stürzte und sich dabei verletzte. Für das “Regulierungsverhalten” des Supermarkts fand das Gericht weniger schöne Worte.

Zum Hergang des Unfalls führt das Gericht im Urteil aus:

“Im Bereich der Flaschenregale wich die Klägerin einem anderen Kunden aus, der einen Schritt zurück trat. Dabei rutschte sie in einer dort auf dem Boden befindlichen Pfütze aus, stürzte rücklings gegen einen Korb aus Metalldraht, an dem sie sich vergeblich festzuhalten suchte und schlug schließlich hart mit dem Kinn auf den Fußboden auf. Bei dem Sturz trug die Klägerin drei Hämatome auf dem Rücken von etwa drei mal vier Zentimetern davon und erlitt eine tiefe Fleischverletzung im Bereich zwischen Rücken und Brust; ihre Haut war in Form eines Dreiecks mit drei Zentimeter langen Schenkeln ausgerissen. Am linken Unterarm fanden sich eine drei Zentimeter lange offene Wunde sowie weitere Hämatome. Am Kinn bildete sich eine starke Schwellung, die rund fünf Wochen lang sichtbar blieb. Die am Oberkörper getragenen Kleidungsstücke der Klägerin wiesen im Bereich der Fleischwunde zwischen Brust und Rücken Risse auf. Es handelte sich um eine “Outdoor-Jacke mit hoher Wassersäule”, also eine Wind- und Regenjacke mit Innenfutter, des Herstellers “The North Face” und ein T-Shirt der Marke “Designers”.”

Eine andere Kundin eilte der Klägerin mit einer Packung tiefgefrorenem Fisch zur Hilfe, um die Verletzungen zu kühlen. Schließlich kam eine Mitarbeiterin des Supermarktes hinzu, um den Unfall aufzunehmen. Dabei äußerte diese sinngemäß, dass ja nicht ein so teurer Tiefkühlfisch hätte benutzt werden müssen ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK