Übertragung von Liegenschaftseigentum innerhalb der Familie wird ab 2016 bedeutend teurer.

Clemens Gärner

Mit der “größten Steuerreform aller Zeiten”, wie es derzeit in aller Munde heißt, wird die Erbschaftssteuer durch die Hintertür wieder eingeführt.

Bei der Übertragung von Immobilien und Grundstücken innerhalb der Familie müssen derzeit 2% vom 3-fachen Einheitswert an Grunderwerbsteuer bezahlt werden – unabhängig davon, ob die Immobilien verkauft, verschenkt oder vererbt wurden.

In Zukunft, geplant ab 1.1.2016, soll diese Steuer vom Verkehrswert (ein Vielfaches des Einheitswertes) der Liegenschaft berechnet werden. Künftig soll der Tarif außerdem gestaffelt werden:

Immobilienwert
bis 250.000 Euro…………………………0,5%
zwischen 250.000,- und 400.000,- Euro….2,0%
über 400.000,- Euro………………………3,5%

Berechnet wird die Steuer dabei allerdings entlang der Staffelung. Beispiel: Für eine Wohnung im Wert von 280.000 Euro fallen also 0,5 Prozent von 250.000 Euro und 2 Prozent von 30.000 Euro an. Bei 500.000 Euro beträgt die Steuer somit 7.750 Euro (1250 Euro für die ersten 250.000, 3000 Euro für die nächsten 150.000 Euro und 3500 Euro für die letzten 100.000 Euro).

Unklar ist derzeit noch, wie der Verkehrswert festzustellen ist und enthalten die Steuerreformpläne bis dato keine Angaben dazu. In den Steuerreformplänen nicht enthalten ist auch, wie in Zukunft entgeltliche Übertragungen von Immobilien innerhalb der Familie behandelt werden sollen.

Empfehlung:
Entscheidend ist der Unterschied zwischen Verkehrs- und Einheitswert. Wenn der Verkehrswert weniger als 12x so hoch wie der Einheitswert ist, gibt es eine Entlastung. Eine Faustregel besage zwar, dass der Verkehrswert ca das Zehnfache des Einheitswerts sei. Dies stimmt häufig aber nicht. Vor allem in städtischen Lagen oder den Speckgürteln ergibt sich schnell das 15- bis 20-fache. Und dann bringt die neue Regelung auch in der niedrigsten Tarifstufe eine Verteuerung. Bei teureren Immobilien wäre das sowieso der Fall ...

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