Einführung einer Marktstabilitätsreserve im Emissionshandel – aktueller Stand

von Dr. Peter Nagel

Die letzten Jahre des Emissionshandels waren geprägt von einem Verfall der Preise für Emissionsberechtigungen. Dies wurde allgemein auf ein „Überangebot“ an Emissionsberechtigungen zurückgeführt. Nach Angaben der Kommission bestand zu Beginn der dritten Zuteilungsperiode 2013 ein Überschuss von zwei Milliarden Emissionsberechtigungen im Markt. Um dem Emissionshandel wieder ein Preissignal zu geben, soll dieser Überschuss durch zwei Maßnahmen beseitigt werden: Kurzfristig soll das „backloading“ greifen, langfristig die Marktstabilitätsreserve. Zu letzterem ist das europäische Gesetzgebungsverfahren derzeit in der entscheidenden Phase.

I. Backloading

Bereits Anfang 2014 wurde im europäischen Emissionshandel das „backloading“ beschlossen. Danach darf die Kommission in der dritten Zuteilungsperiode 2013-2020 eine Anpassung der Menge an zuzuteilenden Emissionsberechtigungen in Höhe von max. 900 Mio. Emissionsberechtigungen vornehmen. Im Detail sollen 400 Mio. Emissionsberechtigungen im Jahr 2014, 300 Mio. im Jahr 2015 und 200 Mio. im Jahr 2016 aus dem Markt genommen werden, indem sie nicht versteigert werden. Die Rückführung soll dergestalt erfolgen, dass 300 Mio. Emissionsberechtigungen im Jahr 2019 und 600 Mio. und im Jahr 2020 wieder in den Markt gegeben werden sollen.

II. Marktstabilitätsreserve

1. Vorschlag Kommission

Die Europäische Kommission hat in ihrem am 22. Januar 2014 vorgelegten Energie- und Klimapaket vorgeschlagen, ab der 4. Zuteilungsperiode ab 2021 eine „Marktstabilitätsreserve“ einzuführen. Damit soll die Menge an Emissionsberechtigungen, die zur Versteigerung zur Verfügung stehen, automatisch angepasst werden: In Zeiten eines Überangebots sollen Emissionsberechtigungen einbehalten werden, im Falle einer Knappheit an Emissionsberechtigungen sollen sie dann wieder zusätzlich in den Markt gegeben werden, um einen übermäßigen Preisanstieg zu verhindern.

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