FBI-Skandal durch fehlerhafte Haaranalysen – Von den Tücken forensischer Analyse

von Bernd von Heintschel-Heinegg

Lange Zeit galten Haaranalysen fast unangefochten als entscheidendes Beweismittel in der Forensik. Wurde ein Haar des Verdächtigen am Opfer oder ein Haar des Opfers beim Verdächtigen gefunden, dann war – wie zumal auch Krimileser wissen – die Verurteilung so gut wie sicher. Allerdings kamen im Jahr 2012 in den USA aufgrund eines Berichts in der Washington Post Zweifel auf, dass mit den Haaranalysen des FBI etwas nicht stimme. Doch erst jetzt kommt das ganze Ausmaß eines der größten forensischen Skandale in den USA so langsam ans Licht.

Laut Washington Post haben FBI und Justizministerium bislang 268 Gerichtsurteile (insgesamt geht es um 2.500 Gerichtsurteile aus den Jahren 1985 bis 2000) untersucht, in denen FBI-Forensiker eine Haaranalyse vorlegten, bei denen sich die Gutachter offenbar auf einen optischen Vergleich der Proben unter dem Mikroskop (Vergleich von Farbe, Verteilung der Farbpigmente und Schuppenstrukturen) und missverständliche Statistiken verließen und deshalb die Übereinstimmung von Haarproben mit „großer Gewissheit“ bejahten ...

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