Das neue Sexualstrafrecht 2015

Anfang des Jahres trat die Verschärfung des Sexualstrafrechts durch ihre Verkündung im Bundesgesetzblatt in Kraft. Sie setzt europäische Vorgaben zum Sexualstrafrecht um und enthält einige Neuerungen.

Die Änderungen
Nach den neuen Vorschriften wird mit Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft, wer die Hilflosigkeit einer anderen Person abbildet (§ 201a I Nr. 2 StGB) und so den „höchstpersönlichen Lebensbereich der abgebildeten Person verletzt“. Darunter fällt beispielsweise auch die Herstellung oder Übertragung von Fotos und Filmen.

Ebenso wird bestraft, wer „unbefugt von einer anderen Person eine Bildaufnahme, die geeignet ist, dem Ansehen der abgebildeten Person erheblich zu schaden, einer dritten Person zugänglich macht“ (§ 201a II StGB). Die Gerichte werden zu klären haben, unter welchen Umständen dies der Fall ist.

Auch ist die Aufnahme von Bildern, die „die Nacktheit einer anderen Person unter achtzehn Jahren zum Gegenstand“ hat, nach den neuen Vorschriften (§ 201a III StGB) strafbar, sofern sie dazu gemacht oder dargeboten werden, um sie einem Dritten gegen Geld zukommen zu lassen, oder man sich diese Aufnahmen für sich selbst oder einen Dritten gegen Geld verschafft. Diese Regelung geht über den bereits bestehenden § 184c StGB hinaus, wonach nur Verbreitung, Erwerb und Besitz pornografischer Schriften verboten waren.

Auch die Verjährung von schweren Sexualstraftaten an Kindern wurde geändert. In § 78b I Nr. 1 StGB wurde die Angabe „21.“ durch die Angabe „30.“ ersetzt, sodass die Sexualstraftaten an Kindern nicht mehr vor der Vollendung des 50. Lebensjahres der Opfer verjähren können, womit eine bessere Aufarbeitung gewährleistet wird ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK