Werbung für Fußballschuhe mit fremden Testimonials

von Dr. Markus Wekwerth

Der Kampf zwischen Team- oder Verbandssponsoren und Individualsponsoren ist so alt wie das Sponsoring selbst. Während die einen auf die Schlagkraft ganzer Teams setzen, versuchen die anderen, ihre Marke durch die Verpflichtung einzelner Testimonials ins rechte Licht zu rücken. Kollisionen sind da vorprogrammiert. Über einen interessanten Kollisionsfall zwischen Nike und Adidas hatte das OLG Hamburg zu entscheiden.

Im Fußballsport besteht die Besonderheit, dass die Spieler bei Profivereinen unabhängig von einem bestehenden Team-Sponsoring die Möglichkeit haben, hinsichtlich ihres Schuhwerks individuelle Verträge einzugehen, auch wenn der Vertragspartner ein Mitbewerber des Teamausrüsters ist. Dass dies Konfliktpotential birgt, liegt auf der Hand. Der nun vom OLG Hamburg entschiedene Streit betrifft eine Werbung des Sportartikelherstellers Nike für Fußballschuhe mit Spielern mehrerer von ihm (mit Bekleidung bzw. Trikots) ausgerüsteten Teams in der Hauptrolle. Problematisch und umstritten war hieran, dass diese Spieler z.T. nicht von Nike, sondern von Adidas beschuht sind, wenngleich das jeweilige Schuhwerk in der streitigen Werbeanzeige nicht zu sehen war. Hiergegen wendet sich Adidas mit seiner auf Unterlassung der seiner Ansicht nach irreführenden Werbung gerichteten Klage.

Die Entscheidung des Gerichts

Das Unternehmen argumentierte, die Darstellung würde dem Betrachter suggerieren, alle der abgebildeten Spieler würden mit dem beworbenen oder einem anderen Nike-Schuhwerk spielen, obwohl dies bei insgesamt 9 Spielern nicht der Fall ist. Diese stehen bei Adidas unter Vertrag. Nike wehrte sich mit dem Vortrag, es handle sich überhaupt nicht um eine Werbung für Schuhe, sondern für sein Online-Trainingsprogramm Nike Football+ ...

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