Warum man im Fußballstadion keine Knallkörper oder andere pyrotechnische Gegenstände zünden sollte.

von Ingo Julian Rösch

Wird infolge einer Störung durch einen Zuschauer ein Fußballverein vom Verband mit einer Strafe belegt,

  • kann der Verein von dem störenden Zuschauer in vollem Umfang Ersatz für die geleistete Verbandsstrafe verlangen,
  • wenn und soweit das Verhalten des Zuschauers für die Verbandsstrafe ursächlich war.

Darauf hat die 7. Zivilkammer des Landgerichts (LG) Köln mit Urteil vom 08.04.2015 – 7 O 231/14 – hingewiesen und in dem der Entscheidung zugrunde liegenden Fall,

  • in dem gegen einen Profifußballverein (im Folgenden Kläger genannt) eine Verbandstrafe verhängt worden war, weil ein Zuschauer (im Folgenden Beklagter genannt) bei einem Heimspiel der Lizenzspielermannschaft durch das Zünden eines Knallkörpers mehrere andere Zuschauer im Stadion verletzt hatte

und

  • der Verein die Verbandsstrafe von dem Zuschauer ersetzt haben wollte,

den Zuschauer verurteilt,

  • dem Verein diesen Schaden (vorliegend waren das 30.000,00 EUR) nach §§ 280 Abs. 1, 241 Abs. 2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) zu ersetzen.

Durch den Besuch des Zweitligaspiels war, wie die Kammer ausführte, zwischen den Parteien

  • ein vertragsähnliches Schuldverhältnis gem. § 311 Abs. 2 Nr. 3 BGB zustande gekommen,
  • welches wechselseitige Schutz- und Rücksichtnahmepflichten im Sinne des § 241 Abs. 2 BGB begründete (vgl. Amtsgericht (AG) Lingen, Urteil vom 17.02.2010 – 4 C 1222/09 –).

Das Zünden von Knallkörpern oder anderen pyrotechnischen Gegenständen und das Werfen solcher Gegenstände auf andere Personen stellte eine erhebliche Verletzung der einem Zuschauer nach § 241 Abs. 2 BGB obliegenden Rücksichtnahmepflichten dar (vgl. LG Düsseldorf, Urteil vom 25.08 ...

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