Das Eklärungsbewusstsein bei Errichtung eines Testaments

Nach § 18 II Nr. 1 c BayJAPO (vom 13.10.2003 in der Gültigkeit vom 01.01.2015) stellen die Grundzüge des Erbrechts in Bayern ein Pflichtfach für die erste juristische Staatsprüfung dar. Wer das Glück (oder Pech) hat, in Bayern sein Examen zu machen, wird deshalb nicht umhinkommen, einige Grundkenntnisse in diesem Bereich zu erwerben. Nachdem man in der Regel bereits im ersten Semester an der Universität die Problematik des Eklärungsbewusstseins gelehrt bekommt, eignet sich dieses auch im Erbrecht relevante Problem durchaus auch für eine Prüfungsaufgabe, da dies ohne weiteres in den Bereich der Grundzüge fällt.


1. Testierfreiheit


Neben der gesetzlichen Erbfolge ohne Mitwirkung durch den Erblasser gibt es auch die Möglichkeit, dass dieser die vermögensrechtlichen Folgen seines Todes durch eine Verfügung von Todes wegen regelt. Diese sogenannte Testierfreiheit ist ein Teil der Privatautonomie. Der Begriff „Verfügung von Todes wegen“ stellt dabei die Sammelbezeichnung für Testamente als einseitige Rechtsgeschäfte nach § 1937 BGB und Erbverträge als zweiseitige Rechtsgeschäfte gem. §§ 1941, 2274 ff. BGB dar.


Testamentarische Erklärungen sind nicht empfangsbedürftige Willenserklärungen, wobei die testamentarische Verfügung bereits mit Errichtung des Testaments zustande kommt und es eines Zugangs mangels Empfangsbedürftigkeit nicht bedarf. Die Rechtswirkungen einer solchen Erklärung treten allerdings erst nach dem Erbfall ein.


Es soll im Folgenden zur Darstellung des Testierwillens vom privaten (eigenhändigen) Testament nach § 2247 BGB ausgegangen werden. Der Erblasser muss dabei die Form des § 2247 I BGB beachten, also muss er das Testament durch eine eigenhändig geschriebene und unterschriebene Erklärung errichten ...

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