Gröhes 10-Punkte-Plan gegen Krankenhaus-Keime

von Corinna Engelskirchen

Der Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat einen 10-Punkte-Plan zur Vermeidung von Infektionen und Antibiotika-Resistenzen vorgelegt.

Corinna Engelskirchen, Fachanwältin für Medizinrecht, spezialisiert auf Behandlungsfehler in der Gynäkologie

Es ist sehr begrüßenswert, dass sich die Politik endlich mit der Gefahr resistenter Erreger auseinandersetzt. Denn nach Angaben der Regierung kommt es im Zuge von medizinischen Behandlungen zu jährlich ca. 400.000 bis 600.000 Infektionen, wobei die Dunkelziffer jedoch deutlich höher sein dürfte.

10.000 bis 15.000 Menschen sterben jährlich an der Infizierung mit multiresistenten Keimen. Dabei ist ein Teil der Infektionen mit Krankenhaus-Keimen vermeidbar.

In den Niederlanden, Schweden und Norwegen gibt es eine deutlich geringere Infektionsrate z.B. mit dem mit MRSA-Keim. Die Niederlande haben das Problem bereits in den achtziger Jahren erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Dazu zählen u. a. die konsequente Umsetzung von Hygienestandards, die strikte Isolierung von Risikopatienten und die weitere Überwachung der mit Keimen besiedelten Patienten auch außerhalb der Kliniken.

An einem solch strikten Konzept fehlt es in Deutschland noch immer, trotz deutlicher Bemühungen um Verbesserung in den letzten Jahren.

Nach der Kieler Universitätsklinik steht derzeit ganz aktuell ein Düsseldorfer Krankenhaus wegen einer Häufung von Infektionen mit resistenten Keimen im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Dort wurde bei 13 frühgeborenen Säuglingen auf der Kinderintensivstation der VRE-Keim nachgewiesen. Dieser Keim ist in erster Linie für abwehrgeschwächte Patienten sehr gefährlich und zudem resistent gegen viele Antibiotika. Es handelt sich dabei um einen gefürchteten nosokomialen Problemkeim. Die Infektionsquelle konnte bislang noch nicht ausgemacht werden ...

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