Anwälte als Datenschlampen – britische Aufsicht offenbart skandalöse Zustände

von Bernhard Freund

Anwälte als Datenschlampen – britische Aufsicht offenbart skandalöse Zustände

Von Bernhard Freund | 17. April 2015 | Kategorie Allgemein

Eine Enthüllung treibt derzeit die britische Juristenszene um. 2014 wurden 173 britische Anwaltskanzleien in insgesamt 187 Fällen zum Ziel von Ermittlungen der britischen Datenschutzaufsicht (ICO). Diese Zahlen veröffentlichte die Sicherheitsfirma Egress, welche sie von der Aufsichtsbehörde im Wege eines Auskunftsersuchens nach dem Freedom of Information Act erlangt hat. Wie britische Portale berichten, waren in 29% aller Fälle mangelnde Datensicherheitsmaßnahmen und in 26% die unerlaubte Weitergabe von Daten Gegenstand der Ermittlungen.

Die erschreckenden Zahlen offenbaren einen gefährlich laxen Umgang vieler britischer Kanzleien mit personenbezogenen Daten und Mandantengeheimnissen. Sich decken sich mit jüngeren Berichten aus den USA, wonach von den dortigen 100 führenden Kanzleien schon 80% Opfer von IT-Sicherheitslücken geworden sind.

Datenaustausch mit Mandanten per Dropbox

Ein Grund für die hohen Fallzahlen ist oftmals ein naiver Einsatz unsicherer Cloud-Angebote durch anglo-amerikanischer Kanzleien. In einer Studie vom März 2014 wurden hierzu knapp 300 US-Kanzleien befragt. Über die Hälfte (52,5%) gab an, bereits vom Anwaltsgeheimnis geschützte Daten mit Mandanten über kostenlose File-Sharing-Dienste wir Dropbox ausgetauscht zu haben. Schuld sind allerdings nicht allein die Kanzleien. Denn diese sehen sich auch einer enorm großen Nachfrage seitens der (US-)Mandanten nach einfachen Kollaborations-Tools für die Rechtsberatung ausgesetzt:

“Law firms are caught in a bit of a bind because their clients demand a simple way to collaborate, but the risks, as this survey found, are exceptionally high.” (Christopher T. Anderson, LexisNexis) ...Zum vollständigen Artikel

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