Pfadabhängigkeiten des Nudging, und wie sie überwunden werden können

In ihrem Kommentar zur Legitimität des Nudging geben Towfigh und Traxler einen wichtigen Denkanstoß und weisen zu Recht darauf hin, dass Nudging über eine Vielzahl an Facetten verfügt. Daraus ergibt sich, dass jeder Aspekt des Nudging im Einzelnen auf seine Legitimität hin überprüft werden muss. In Antwort auf Towfighs und Traxlers Kommentar, aber auch bezugnehmend auf die umfassende Thematik dieser Legitimität, möchte ich nun zwischen zwei Aspekten unterscheiden, die in besagtem Kommentar aufgeführt werden: zum einen die öffentliche und rechtliche Legitimität des Nudging, und zum anderen seine Legitimität unter Rechtswissenschaftlern.

Öffentliche und rechtliche Legitimität von Nudges

Besonders im europäischen Kontext besteht kein Grund anzunehmen, Nudges seien nicht legitim. Zu Recht konstatieren Towfigh und Traxler darüber hinaus, dass in Europa weniger Bedenken bezüglich der Legitimität des Paternalismus bestehen als dies in den USA der Fall ist. Unter Verwendung eines klassischen a maiore ad minus-Argumentes ausgedrückt: warum sollte ein Nudge weniger legitim sein denn eine command-and-control Regulierungsmaßnahme?

Wie in der Einführung bereits erwähnt worden ist, betonen Towfigh und Traxler die vielzähligen Facetten des Nudging. Libertärer Paternalismus ist jedoch noch facettenreicher, und wird in dieser Hinsicht von anderen Typen eines sanften Paternalismus’ wiederum übertroffen. Die Legitimität von Nudges und anderen von der Verhaltensforschung inspirierten Interventionen muss infolge dessen von Fall zu Fall beurteilt werden ...

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