Der Vertrauensschaden bei § 122 I BGB

Der Vertrauensschaden bei § 122 I BGB

Im Anfechtungsrecht hat wohl jeder Jurastudent Kenntnisse, nachdem es sich um ein sehr wichtiges Gebiet handelt, das auch sogleich im ersten Semester an der Universität gelehrt wird. So können die meisten Studenten das Prüfungsschema mit den Punkten Anfechtungsgrund, -erklärung und -frist im Schlaf aufsagen. Auch sind jedem die verschiedenen Anfechtungsgründe des Inhalts-, Erklärungs- und Eigenschaftsirrtums ebenso wie der Anfechtung bei einer arglistigen Täuschung oder widerrechtlichen Drohung bekannt. Einige haben sich vielleicht noch bis zur eher seltenen Anfechtung bei Übermittlung durch einen Boten oder eine Einrichtung nach § 120 BGB durchgearbeitet. Wenn man in einer Klausur mit Bravour all diese Punkte geprüft hat, fällt manchem allerdings die Ermittlung des vom Anfechtenden zu ersetzenden Schadens nach § 122 I BGB sehr schwer. Dieser Prüfungspunkt mag zwar in der Klausur nicht das größte Gewicht bei der Bewertung haben. In der Praxis wäre es aber gerade für den Rechtsanwalt sehr misslich, wenn er den konkreten Schaden falsch berechnet und bei einer Klage dann möglicherweise eine teilweise Klageabweisung mit entsprechender Kostentragung hinnehmen müsste.

Nach der Vorschrift des § 122 I BGB gilt dazu Folgendes: Ist eine Willenserklärung nach § 118 nichtig oder auf Grund der §§ 119, 120 angefochten, so hat der Erklärende, wenn die Erklärung einem anderen gegenüber abzugeben war, diesem, andernfalls jedem Dritten den Schaden zu ersetzen, den der andere oder der Dritte dadurch erleidet, dass er auf die Gültigkeit der Erklärung vertraut, jedoch nicht über den Betrag des Interesses hinaus, welches der andere oder der Dritte an der Gültigkeit der Erklärung hat ...

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