ASR-Hüftprothese: Einbau 2006 ist nicht fehlerhaft: Urteilstext zu OLG Sbrkn 12-11-2014

Tenor
I. Die Berufung der Klägerin gegen das am 08.08.2013 verkündete Urteil des Landgerichts Saarbrücken - 16 O 32/12 - wird zurückgewiesen.
II. Die Klägerin trägt die Kosten des Berufungsverfahrens einschließlich der durch die Nebenintervention verursachten Kosten.
III. Dieses Urteil sowie das angefochtene Urteil sind ohne Sicherheitsleistung vorläufig vollstreckbar.
Der Klägerin wird nachgelassen, die Vollstreckung durch Sicherheitsleistung in Höhe von 115 % des jeweils beizutreibenden Betrages abzuwenden, es sei denn, die Gegenseite leistet zuvor Sicherheit in gleicher Höhe.
IV. Die Revision wird nicht zugelassen.

Gründe
A.
Die Klägerin nimmt die Beklagte, die das Krankenhaus in P. betreibt, auf Zahlung von Schmerzensgeld und Feststellung der Einstandspflicht für Folgeschäden in Anspruch.

Die Klägerin, die bereits 2003 linksseitig einen Hüftgelenksersatz erhalten hatte, unterzog sich am 10.02.2006 im Krankenhaus der Beklagten wegen fortschreitender Beschwerden in der rechten Hüfte einem weiteren Eingriff, bei dem eine sog. ASR-Prothese der Streithelferin der Beklagten, die seit 2003 in Deutschland als Prothesentyp zugelassen war, eingesetzt wurde. Der postoperative Verlauf war komplikationslos.
Nachdem die Streithelferin der Beklagten - nach Hinweisen auf erhöhte Revisionsquoten - das ASR-System vom Markt genommen und Blutuntersuchungen bei den jeweiligen Patienten empfohlen hatte, wurden bei der Klägerin anlässlich einer solchen Untersuchung erhöhte und ansteigende Kobalt- und Chromwerte festgestellt. Am 22.10.2011 wurde die ASR-Prothese ausgetauscht.

Die Klägerin hat sich darauf berufen, dass ihr ein Implantat eingesetzt worden sei, bei dem es abriebbedingt zur Absonderung von Kobalt und Chrom in schädigender Dosis gekommen sei, obwohl dieses Problem 2006 in einschlägigen Medizinerkreisen bereits hinlänglich bekannt gewesen sei. Zudem habe keine Indikation für den Eingriff bestanden ...

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