„Nicht Ihre Tasse Tee.“

Daß es mitunter schwer ist, als Rechtsanwalt oder auch schon früher als Student und Referendar „fachfremde“ Gesprächspartner in juristischen Fragen zu überzeugen, ist eine Erfahrung, die fast jeder Jurist schon gemacht haben wird. Mit Gesetzen und Regeln sind wir alle tagtäglich konfrontiert. Gegen Alltagserfahrung und Bauernschläue ziehen die „akademische Weihen“ des Jurastudiums mitunter den kürzeren, jedenfalls im Gespräch in trauter Runde, seltener dagegen vor Gericht.

Fernseh- und Filmanwälte tun ihr Übriges, um die „fachfremden“ Gesprächspartner vollends von der Inkompetenz des „echten“ Juristen zu überzeugen.

So fällt manch ein Mandant aus allen Wolken, wenn er erfährt, daß der gemeine Anwalt wegen einer Filesharing-Abmahnung nicht direkt in sein Auto steigt und das abmahnende Unternehmen (unter Umgehung des kriminellen Abmahn“kollegen“) am 500 Kilometer entfernten Unternehmenssitz aufsucht, um mal Klartext zu reden. Die Empörung weicht auch dann nicht, wenn der Jurist erklärt, daß eine solche Intervention nicht zielführend und rechtlich bestenfalls irrelevant ist: Im Fernsehen setzt sich der Anwalt schließlich auch richtig ein. Die Empörung steigt sogar, wenn man freundlich darauf hinweist, daß sich die gesetzliche Vergütung bei gerade einmal € 147,56 liegt und man hierfür nicht zwei Tage durch die Republik fahren werde.

Schlimm wird es, wenn man bei Gericht auf der Gegenseite eine Kollegin antrifft, die offensichtlich ebenfalls zivilprozessuale Kenntnisse eher von Hörensagen oder aus den Medien erworben hat ...

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