Unternehmen wehrt sich erfolgreich gegen schlechtes Scoring

von David Ziegelmayer

Dass Ratingagenturen Politiker auf die Palme bringen können, ist nichts Neues. Bewertungen der Kreditwürdigkeit können aber auch für Unternehmen ein Reputationsrisiko darstellen: Die müssen sich in der Öffentlichkeit nämlich nicht nur der Kritik von Kunden und Medien stellen, sondern auch vermeintlich neutralen Bewertungen der Kreditwürdigkeit.

Dabei müssen sie sich allerdings nicht alles gefallen lassen: Das Oberlandesgericht Frankfurt (Urteil vom 07.04.2015; 24 U 82/14) hat aktuell einer Ratingagentur untersagt, ein schlechtes “Scoring” zu erteilen, wenn dies ohne sachliche Basis erfolgt.

Schlechtes Scoring trotz weißer Weste

Die Klägerin, ein Unternehmen im Bereich der Luftfahrtindustrie hatte offenbar eine “reine Weste”: Insolvenzen oder Zahlungsausfälle gab es in der Vergangenheit nicht. Die Beklagte sammelt Wirtschaftsdaten und Bonitätsauskünfte. Sie stufte das Unternehmen dennoch mit dem „Risikoindikator 4″, dem schlechtesten von vier Werten, ein. Außerdem hieß es in der Bewertung der Klägerin „Das Ausfallrisiko wird als hoch eingestuft“ sowie „Sicherheiten empfohlen“.

Daraufhin klagte das Unternehmen mit dem Antrag, es zu unterlassen, gegenüber Dritten eine schlechte Risikoeinschätzung der Klägerin abzugeben und ihr Ausfallrisiko als hoch einzustufen. Das Landgericht wies die Klage ab – eine Entscheidung, die nun vom OLG Frankfurt wieder aufgehoben wurde ...

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