Tierhalterhaftung – und die Kausalität der Tiergefahr

Für die Haftungsbegründung des Tierhalters muss die von dem Tier ausgehende Gefahr nicht die einzige Ursache des eingetretenen Unfalls sein. Die Mitverursachung oder bloß mittelbare Verursachung ist ausreichend.

Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs äußert sich eine typische Tiergefahr in einem der tierischen Natur entsprechenden unberechenbaren und selbständigen Verhalten des Tieres1. Führt das Scheuen eines Pferdes zu einer Schädigung, hat sich eine typische Tiergefahr ausgewirkt2. Das tierische Verhalten muss nicht die einzige Ursache des eingetretenen Unfalles sein. Es genügt vielmehr, wenn das Verhalten des Tieres für die Entstehung des Schadens adäquat mitursächlich geworden ist3.

Nach diesen Grundsätzen konnte im hier vom Bundesgerichtshof entschiedenen Fall die Haftung des Tierhalters nicht mit der Begründung verneint werden, der Unfall sei konkret durch das Pony verursacht worden und keines der Ponys sei dem Geschädigten S. so nahe gekommen, dass sein tierisches Verhalten den Sturz konkret verursacht habe.

Auch bei der Tierhalterhaftung reicht die Mitverursachung oder bloß mittelbare Verursachung für die Haftungsbegründung aus ...

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