Rezension Zivilrecht: Kinder vor dem Familiengericht

von Dr. Benjamin Krenberger

Balloff, Kinder vor dem Familiengericht, 2. Auflage, Nomos 2014


Von RiAG Dr. Torsten Obermann, Münster / Lüdinghausen



Im Familiengericht prallen regelmäßig Welten aufeinander. Dies betrifft nicht nur die zerstrittenen Partner, die auf das Scheitern von Beziehungen jeweils ihre eigene Sichtweise haben. Vielmehr sitzen dort den beteiligten Juristen regelmäßig auch Pädagogen und Psychologen, z.T. darüber hinaus auch Mediziner verschiedener Rechtsgebiete, Sozialarbeiter und andere, jeweils mit ihrer eigenen Sprache, ihrer eigenen Ausbildung und dadurch bedingt auch eigenen Wertevorstellungen gegenüber. Da weder für Anwälte bei Übernahme familienrechtlicher Mandate noch für Richter vor Bearbeitung eines familienrechtlichen Dezernats Fortbildungen auch nur hinsichtlich der Grundbegriffe der anderen Professionen verbindlich sind und diese auch im ohnehin fordernden Pflichtfachstoff der Ausbildung keine Rolle spielen, sind auch beim besten Willen auf allen Seiten Kommunikationsprobleme vorprogrammiert. Dies beginnt schon im Grundsätzlichen: Juristen, die von der Ausbildung her auf die abschließende Feststellung und Beurteilung von vergangenen Sachverhalten her ausgerichtet sind, fällt es schwer, sich und ihre Arbeit als Teil eines fortdauernden Prozesses zu sehen, wie dies die dynamische Entwicklung von Kindern aber zwingend erfordert. Andererseits muss bei Angehörigen der anderen Berufsgruppen mitunter Verständnis dafür geweckt werden, dass auch als lästig und kleinkariert empfundene (Verfahrens-)Vorschriften zur Sicherung des Rechtsfriedens erforderlich sein können und daher Beachtung erfordern.


Sind nicht alle Beteiligten bereit, hier Zeit in eine konstruktive Kooperation zu investieren, geht dies insbesondere zu Lasten der an den Verfahren beteiligten Kinder ...

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