Übertragung von Eigentumswohnungen vor vollzogener Teilung – und der gewerbliche Grundstückshandel

Veräußert ein Eigentümer nach Einholung der Abgeschlossenheitsbescheinigung fünf -wenn auch sachenrechtlich noch nicht getrennte- Eigentumswohnungen an fünf unterschiedliche Erwerber, sind damit fünf Veräußerungsvorgänge gegeben, die sich zwangsläufig auf fünf unterschiedliche Objekte beziehen müssen. Damit ist die Drei-Objekte-Grenze zum gewerblichen Grundstückshandel überschritten.

Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus dem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 05.05.20111, in dem dieser entschieden hat, selbständiges Objekt im Sinne der Drei-Objekt-Grenze sei grundsätzlich jedes selbständig veräußerbare und nutzbare Immobilienobjekt (Grundstück, grundstücksgleiches Recht oder Recht nach dem Wohnungseigentumsgesetz), und zwar unabhängig von seiner Größe, seinem Wert und anderen Umständen. Zwar folgt in dem dort entschiedenen Sachverahlt die selbständige Veräußerbarkeit grundsätzlich der sachenrechtlichen Qualifizierung, allerdings unterscheidet sich der dort entschiedene Sachverhalt von dem hier vorliegenden Fall der Übertragung von fünf Eigentumswohnungen vor der sachenrechtlich vollzogenen Teilung eines Mietwohngrundstücks in einem -wesentlichen- Punkt:

Die Klägerin des 2011 entschiedenen Verfahrens2 veräußerte einem Käufer ein Grundstück kurz vor Fertigstellung der noch zu errichtenden Häuser, wobei sie sich verpflichtete, diese schlüsselfertig zu errichten und eine Abgeschlossenheitsbescheinigung nach dem WEG zu beschaffen. In dieser Divergenzentscheidung musste der Bundesfinanzhof damit die Frage beantworten, wie der Kaufgegenstand eines Vertrages im Hinblick auf die Rechtsprechungsgrundsätze zum gewerblichen Grundstückshandel zu beurteilen ist ...

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