Über nachträglich auftretende Risiken einer Hüftendoprothese muss Arzt nicht aufklären: KG Berlin 25-11-2013

Eine Pflicht zur Risikoaufklärung über einen bereits vorgenommen Eingriff gibt es grundsätzlich nicht (keine nachträgliche Risikoaufklärung). Allenfalls kann sich die Pflicht zur Risikoaufklärung in eine Pflicht zur nachträglichen Sicherungsaufklärung fortsetzen (KG Berlin, Urteil v. 25.11.2013 - 20 U 49/12).

Der Fall:

Der 1971 geborene Kläger, der als Kind an Morbus Perthes (orthopädische Kinderkrankheit, die durch Durchblutungsstörungen hervorgerufen wird und zu einem frühen Verschleiß des Hüftgelenks führt) erkrankt war, verlangt Schmerzensgeld (50.000,00 EUR) und die Feststellung der Schadensersatzverpflichtung.

Am 25.4.04 wurde dem Kläger eine Hüftendoprothese des Typs GHE der Firma E... I... GmbH & Co.KG (nachfolgend: E... ) in der Zentralklinik E... v... B..., die später in die Einrichtung der Beklagten zu 3. eingebracht wurde, durch den Beklagten zu 2. implantiert. Die betreffenden Implantate wurden seit Dezember 2005 von der E... wegen einer erhöhte Rate von Versagerfällen (Bruch) zurückgerufen und die in den Lagern der Kliniken befindlichen Implantate ausgetauscht. Mit Schreiben vom 22.1.07 wies die E... den Beklagten zu 2. hierauf hin; wenn ein Bruch eintrete, werde selbstverständlich Hilfe geleistet.

Der Kläger wurde nicht über die genannten Umstände informiert (Bruchgefahr, Rückruf). Am 27.5.08 kam es beim Kläger zum Bruch des Implantats. Am 28.5.08 wurde in der Klinik der Beklagten zu 1. mit der Revisionsoperation begonnen (Operateur: Beklagter zu 2.).

Die Entscheidung:

Vor der Operation 2004 konnte der Kläger nicht über die Risiken des verwendeten Implantats aufgeklärt werden, weil diese nicht bekannt waren ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK