Einbau einer sog. ASR-Hüftprothese im Jahr 2006 ist nicht behandlungsfehlerhaft: OLG Sbrkn 12-11-2014

Der Fall:

Eine Patientin bekam im Jahr 2006 eine sog. ASR-Prothese der Herstellerin DePuy eingesetzt. Es handelt sich dabei um eine Prothese, bei der Gelenkkopf und Pfanne aus Metall gefertigt sind, so dass Metall auf Metall reibt. Im Gegensatz dazu gibt es Prothesen, die aus einer Metall-Keramik-Kombination gefertigt sind. Die Patientin trug die ASR-Prothese ohne Beschwerden. Einige Jahre später erscheinen medizinische Studien, die erhöhte Metallwerte im Blut der Träger dieser Prothesen aufwiesen. Aus Sorge um ihre Gesundheit ließ die Patientin die ASR-Prothese entfernen und ersetzen. Wegen der damit verbundenen Kosten und Beschwerden verklagte sie die behandelnden Ärzte. Sie war der Ansicht, der Einsatz der Prothese sei im Jahr 2006 behandlungsfehlerhaft erfolgt, weil damals schon absehbar und erkennbar gewesen sei, dass es bei diesem Prothesensystem zu erhöhten Metallwerten im Blut komme.

Die Entscheidung:

Das OLG Saarbrücken wies die Klage schließlich ab. Laut Sachverständigem war im Jahr 2006 jedenfalls noch nicht erkennbar, dass die Prothesen einen erhöhten Metallabrieb verursachen. Zu diesem Zeitpunkt war dieses Problem noch nicht bekannt. Erst Jahre später wurde der erhöhte Metallabrieb in medizinischen Studien diskutiert, so dass die ASR-Prothesen schließlich im Jahr 2010 zurück gerufen wurden ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK