17. Compliance Netzwerktreffen: Beschuldigt, was nun?

Interessante Podiumsdiskussion

Strafverfahren und Medienöffentlichkeit bilden eine Melange, die zahlreiche Spannungsfelder bereithält. Entsprechend groß war das Interesse an einer Diskussion zur Rolle von Medien, Verteidigung und Strafverfolgern im Ermittlungsverfahren beim 17. Compliance Netzwerktreffen am 7. April in Wien.

Das Bundesamt zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung (BAK) veranstaltet jedes Jahr einen ressortübergreifenden „Anti-Korruptionstag“, der das Bewusstsein für das Thema in der Beamtenschaft schärfen soll. Im Anschluss daran fand heuer das vom BAK und LexisNexis Österreich gemeinsam organisierte 17. Compliance Netzwerktreffen mit dem Titel: „Beschuldigt, was nun? Im Spannungsfeld zwischen Verteidigung, Strafverfolgung und Medien“ statt.

Vor Beginn der hochkarätig besetzten Paneldiskussion hieß die Bundesministerin für Inneres, Mag.a Johanna Mikl-Leitner, die Gäste im BMI am Minoritenplatz willkommen. In ihrem Statement begrüßte sie den Erfahrungsaustausch zwischen öffentlichem Sektor, Behörden, Wissenschaft, Medien und Unternehmen: „Es ist wichtig, dass sich alle Stakeholder einbringen, wenn es um Korruptionsbekämpfung geht“.

Ist Litigation PR legitim?
Moderator Georg Krakow, ehemaliger Staatsanwalt (BAWAG-Verfahren) und jetziger Rechtsanwalt, startete die Diskussion mit dem Thema „Litigation PR“, dem das Podium allerdings wenig abgewinnen konnte. Denn der Versuch, über die Beeinflussung der öffentlichen Meinung Strafverfahren zu steuern, gehe häufig nach hinten los. Robert Eichler von der OMV schließt für sein Unternehmen eine solche Strategie überhaupt aus. Die einzige Möglichkeit für eine Firma, auf die „Schuldvermutung“ zu reagieren, sei Schweigen. Äußerungen zu laufenden Verfahren verlängerten nur die Medienberichterstattung: „Es ist für Manager zwar unangenehm, sich nicht äußern zu dürfen, aber besser ...

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