Gesetzliche Unfallversicherung muss Suizid nachweisen

von Melanie Kamper

Hinterbliebene eines durch Suizid verstorbenen Versicherten haben gegenüber der gesetzlichen Unfallversicherung keine Ansprüche. Problematisch ist allerdings die Frage, wer den Beweis dafür führen muss, dass ein Todesfall auf Selbstmord zurückzuführen ist.

Melanie Kamper, Rechtsanwältin für Unfallopfer

Diese Frage hat das Bayerische Landessozialgericht in einem Urteil vom 20.1.2015 (AZ: L 3 U 365/14) entschieden: Demzufolge müssen Hinterbliebene gegenüber der gesetzlichen Unfallversicherung nicht nachweisen, dass der Versicherte nicht in Selbsttötungsabsicht gehandelt hat. Vielmehr muss die Versicherung beweisen, dass eine Selbsttötungsabsicht vorlag und trägt damit die Beweislast.

In dem dieser Entscheidung zu Grunde liegenden Fall erlitt der Versicherte einen tödlichen Verkehrsunfall. Sein PKW stieß frontal mit einem entgegenkommenden LKW zusammen. Es ließen sich keine Anzeichen dafür finden, dass der PKW vor dem Zusammenstoß abgebremst wurde, ersichtliche technische Mängel bestanden nicht. Der Verunglückte hatte keinen Alkohol im Blut, für eine innere Erkrankung als unfallauslösende Ursache fanden sich keine Hinweise ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK