Baby-Blogs – Warum Online-Tagebücher von Babys und Kindern unzulässig sein können

von Karsten Gulden

Es gibt Blogs und Internettagebücher von Babys und Kindern – zumindest erstellt in deren Namen. Die Hintermänner und Frauen sind die Eltern, die ihr Kind von Geburt an online stellen, abrufbar für die Weltöffentlichkeit. Ist das rechtens und muss das sein?

Bilder von der Geburt, vom ersten Baden, von den ersten Laufversuchen, dem ersten Kindergartentag, der Einschulung, dem ersten Fahrrad – gepaart mit den entsprechenden Daten, Namen und Ortsangaben und der Krankheitsgeschichte. So sehen sie aus, die Internet-Tagebücher im Namen der Kinder – angelegt von den Eltern.

Dürfen Eltern solche Internet-Tagebücher im Namen ihrer Kinder anlegen?

Grundsätzlich ja. Das Gesetz verbietet es nicht. Aber es gibt Schranken, die Eltern davon abhalten sollen, den möglichen Lebenslauf des Kindes zu zerstören, bevor es anfängt eigenverantwortlich zu leben.

Eltern üben das Sorgerecht für ihre Kinder aus. Das umfasst das Wechseln der Windeln ebenso wie auch die Onlinestellung von Bildern ihrer Kinder. Doch Eltern dürfen nicht alles tun, was ihnen selbst gefällt. Es gibt eine Grenze: Alles was die Eltern tun darf dem Kindeswohl nicht schaden, § 1627 BGB.

Nun stellt sich die berechtigte Frage, wo das Wohl für das Kind zu sehen ist, wenn dessen Leben der Weltöffentlichkeit medial zur freien Verfügung gestellt wird.

Betrachten wir uns die altehrwürdigen Normen des Bürgerlichen Gesetzbuches (u.a. § 1666 Absatz 1), so kommen wir schnell zu dem Ergebnis, dass die Grenze erst erreicht wird, wenn das körperliche, geistige oder seelische Wohl des Kindes oder sein Vermögen gefährdet ist und die Eltern nicht gewillt oder nicht in der Lage sind, die Gefahr abzuwenden. Doch wer will das feststellen und dagegen vorgehen? Das Familiengericht? Ja! Das ist tatsächlich so ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK