Strafzumessung im Schatten von Hoeneß, Middelhoff oder Ecclestone! 3 Jahre Haft wegen 30.000 Euro für Ersttäter

von Rainer Pohlen

Strafzumessung ist bekanntlich eine schwierige, bisweilen recht kryptisch anmutende Angelegenheit und kommt zum Tragen, wenn ein Gericht darauf erkannt hat, dass der oder die zu Verurteilende schuldhaft eine rechtswidrige Tat begangen hat. Die wesentlichen Strafzumessungsregeln sind in § 46 StGB niedergelegt, wobei im Jugendstrafrecht zum Teil andere Regeln gelten.

Nach § 46 Abs. 1 StGB ist die Schuld des Täters Grundlage für die Strafzumessung. In Abs. 2 der Vorschrift werden Umstände, die das Maß der Schuld mitbestimmen können, genannt, namentlich die Beweggründe und Ziele des Täters, das Maß der Pflichtwidrigkeit, die Art der Tatausführung und die verschuldeten Auswirkungen der Tat, das Vorleben des Täters, seine persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse sowie sein Verhalten nach der Tat einschließlich der Bemühungen um Schadenswiedergutmachung und Herstellung eines Täter-Opfer-Ausgleichs. Die Aufzählung ist nicht abschließend, es bleibt dem Gericht vorbehalten, weitere schuldmindernde oder schulderschwerende Faktoren zu bei der konkreten Strafzumessung zu berücksichtigen.

Der Strafrahmen, also die Spanne, innerhalb derer sich die Strafe bewegen kann, ist oft unermesslich groß. Der Dieb kann beispielsweise – wenn es sich um einen Normalfall handelt – mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft werden, und die beginnt bei 5 Tagessätzen zu mindestens einem Euro. Der gemeine Raub wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu 15 Jahren bestraft, wenn kein minderschwerer oder besonders schwerer Fall vorliegt, eine riesige Spanne, die von einer moderaten Bewährungsstrafe bis zu einer fast lebensvernichtenden Langzeitstrafe reicht. Beim gewerbsmäßigen Betrug oder gewerbsmäßiger Untreue oder etwa der Steuerhinterziehung großen Ausmaßes reicht die Spanne von 6 Monaten bis zu 10 Jahren, und natürlich spielt bei der konkreten Strafzumessung die Höhe des Schadens eine maßgebliche Rolle ...

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