Wenn Anonymisierung unheimlich wird

von Sven Venzke-Caprarese

Rechtlich ist geklärt: Anonymisierte Daten unterfallen nicht dem Datenschutz. Man kann mit anonymisierten Daten – rein datenschutzrechtlich betrachtet – also machen was man will. Manchmal erzeugen aber auch Dinge, die datenschutzrechtlich vermeintlich zulässig sind, ein ungutes Gefühl. Warum eigentlich?

Ist es unproblematisch, wenn Navigationsgeräte die Messdaten des Fahrverhaltens für Verkehrsflussanalysen oder zur Planung von Infrastrukturvorhaben aggregieren? Spricht wirklich nichts dagegen, dass „smarte“ Kohlenmonoxid-Melder Vorfälle und Messdaten an den Gerätehersteller senden und Ergebnisse über Kohlenmonoxid-Vorfälle in privaten Haushalten aggregiert und in Feldstudien veröffentlicht werden? Dürfen Mobilfunk-Provider anonymisierte Mobilfunkdaten zur Optimierung des öffentlichen Nahverkehrs an Verkehrsbetreiber weitergeben? Warum fragen Unternehmen selbst im Bereich von anonymisierten Daten doch noch nach der Einwilligung ihrer Kunden bzw. bieten Widerspruchmöglichkeiten an, wie etwa die Telekom, die im letztgenannten Fall „über die rechtlichen Verpflichtungen zum Datenschutz und zur Datensicherheit hinaus […] ihren Kunden als zusätzliche, freiwillige Leistung anbieten [wird], der Verwendung der vollständig anonymisierten Daten über [eine] Webseite zu widersprechen.“

Möglicherweise bestehen bei bzw. vor der Verwendung von anonymisierten Daten mehrere Schwierigkeiten:

Wirksames Anonymisieren ist nicht leicht

Wie wirksam Anonymisierungstechniken wirklich sind, wird derzeit noch erforscht. Dabei zeigt sich immer mehr, dass eine wirksame Anonymisierung oftmals nicht bzw. nur sehr schwer zu erreichen ist. Selbst ein vermeintlich anonymisierter Datenbestand birgt oftmals Restrisiken ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK