Rechtfertigende Pflichtenkollision

von Van Hoang

Ein rechtfertigende Pflichtenkollision liegt vor, wenn die zu handelnde Person sich in einer Lage befindet, bei der sie eine Pflichtverletzung begeht, wie auch immer sie sich entscheidet. Also sollten zwei Handlungspflichten aufeinander treffen, die Person sich allerdings nur für eine der beiden entscheiden kann, so ist eine Pflichtenkollision gegeben.

Die rechtfertigende Pflichtenkollision stellt einen besonderen Rechtfertigungsgrund bei Unterlassungsdelikten dar, da diese Konstellation nicht im Gesetz geschrieben ist, sondern ein gewohnheitsrechtlich anerkannter Rechtfertigungsgrund ist.

Schauen wir uns dazu ein Beispiel an:

Vater V ist auf dem Weg nach Hause und als er ankommt, sieht er sein Haus in Brand stehen. 14-jähriger Sohn S und seine Freundin F befinden sich beide im Haus, allerdings in zwei verschiedenen Zimmern. Vater V muss sich nun entscheiden, wen er rettet, denn das Feuer ist mittlerweile schon so stark verbreitet, das für eine Rettung beider die Zeit nicht ausreicht um lebend heraus zu kommen. V entscheidet sich für seinen Sohn ...

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