Die UG (haftungsbeschränkt) als alternative Rechtsform für polnische Investoren

von Igor Stenzel

31. März 2015

Gesellschaftsrecht

Für polnische Investoren, die planen auf dem deutschen Markt tätig zu werden, könnte eine Rechtsform besonders von Interesse sein. Zumindest lohnt es sich darauf hinzuweisen, weil diese Rechtsformvariante dem polnischen Recht fremd ist. Es handelt sich um die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), eine Rechtsformvariante der GmbH, die umgangssprachlich zum Teil „Mini-GmbH“ genannt wird, und gelegentlich mit „UG (haftungsbeschränkt)“ abgekürzt wird.

Überblick

Anders als die in früheren Blog-Beiträgen in dieser Reihe bereits skizzierten deutschen Rechtsformen wie etwa die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und die Kommanditgesellschaft (KG) findet die UG (haftungsbeschränkt) kein Äquivalent im polnischen Recht. Sie ist somit rechtsvergleichend mit Blick auf Polen ein Unikum.

Diese Rechtsformvariante hat in Deutschland auch noch keine lange Historie: Sie wurde erst im Jahr 2008 eingeführt und zwar durch das Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG), welches bei Inkrafttreten als die wichtigste Reform des deutschen GmbH-Gesetzes seit über 100 Jahren gefeiert wurde.

Die UG (haftungsbeschränkt) stellte eine Reaktion des deutschen Gesetzgebers auf den im internationalen Wettbewerb mit der englischen Limited immer drängenderen Bedarf der Wirtschaft und Rechtspraxis nach einer leichter zugänglichen und flexibleren deutschen Kapitalgesellschaft mit beschränkter Haftung dar.

Zuvor war eine Zunahme der Verbreitung von englischen Limiteds (sog. Private Company Limited by Shares) in Deutschland zu beobachten, die kein festes Stammkapital kennen. Das Mindeststammkapital einer deutschen GmbH betrug (und beträgt auch aktuell) EUR 25.000 ...

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